Leitung: Prof. Dr. Gabriele Schabacher und Dr. Franziska Reichenbecher

Klassen sind Effekte medialer Prozesse: Jeder Vorgang des Klassifizierens ist auf Medien angewiesen. Medien erzeugen Klassifikationen, problematisieren sie und wenden sie an – in Form von Listen und Rankings, Kleidungscodes oder performativen Praktiken. Umgekehrt nutzen Mediensysteme aber auch Klassifikationen, etwa wenn Bibliotheken nach Aufstellungssystematiken ordnen oder KI-Systeme mit gelabelten Daten trainiert werden. Während Klassifikationen im Alltag oft selbstverständlich sind und implizit bleiben, basieren wissenschaftliche Klassifikationssysteme, etwa die systematische Ordnung von Lebewesen (Taxonomie), auf expliziten und formalen Kriterien. Verfahren des Klassifizierens etablieren Ordnungen und Hierarchien, sind also nie neutral, sondern stets mit Machtinteressen verbunden.

Die Konferenz präsentiert Studierendenprojekte, die im Rahmen des Masterseminars »Doing Class. Medien der Klassifizierung« im Sommersemester 2025 entstanden sind. Das Projektseminar diskutierte verschiedene historische und gegenwärtige Phänomene: von den Infrastrukturen des Klassifizierens und politischen Diskursen zur Klassenfrage über die Klassifizierung der ›Natur‹ und Humandifferenzierung bis hin zu populärkulturellen Formaten und Verfahren.

Die Studierendenvorträge thematisieren die ästhetische (Re)Präsentation von Klassen in sozialen Medien, Fankulturen und im Film, Konflikte um politische Kategorienzuschreibungen sowie historische Praktiken des Klassifizierens. Die Keynote von Dr. habil. Stephan Gregory einwirft ein Panorama der Genese der Klassengesellschaft und ihres ›Class Trouble‹.

Leitung: Dr. Tom Ullrich und Mona Wischhoff, M.A.

Studierende der Medienkulturwissenschaft haben im Rahmen des Projektseminars »Karten ausstellen, Räume versammeln« die Türen, Schränke und Schubladen der Kartensammlung des Geografischen Instituts geöffnet. Gestoßen sind sie auf städtebauliche Planungskarten aus der Nachkriegszeit, ein ganzes Luftbildarchiv, Stadtpläne sowie auf geologische Karten des 19. Jahrhunderts und Wanderkarten der 1990er Jahre. Im Zentrum der medienkulturwissenschaftlichen Forschung stehen historische Gebrauchsweisen ausgewählter Karten der Stadt Mainz und Umgebung.

Sammlungsforschung und medientheoretische Reflexion

Hierfür haben die Studierenden die Provenienzen einzelner Sammlungsobjekte aufgearbeitet. Parallel zu diesem objektzentrierten und explorativen Forschungsprozess haben sie sich mit medientheoretischen und -historischen Positionen beschäftigt, die herausarbeiten, dass kartografische Medien Territorien, Grenzen, Infrastrukturen und somit auch Herrschaft repräsentieren. Denn in der ihnen eigenen grafischen, zweidimensionalen Verräumlichung vermitteln Karten, so der Ausgangspunkt des Seminars, auch ein soziales, kulturelles und ökologisches Weltwissen. Sie erschaffen wirkmächtige Bilder räumlicher Ordnung und haben Anteil an kollektiven Identitätskonstruktionen. Damit sind Karten operativ: Mit ihnen wird gehandelt, sie sind Instrumente der Orientierung und Machtausübung. Diese theoretische Perspektive auf Karten als operative Medien war leitend für die weitere Projektarbeit: Sie strukturierte die Ausstellung entlang der drei Praktiken des Forschens, Navigierens und Planens.

Ausstellungsentwicklung und Gestaltung

Ausgehend von der jeweils spezifischen Provenienzforschung zu den einzelnen Kartenobjekten und der gemeinsamen Textlektüre haben die Studierenden am Fallbeispiel orientierte medienhistorische Analysen erarbeitet. In einem mehrstufigen Redaktions- und Feedbackprozess entwickelten die Studierenden aus ihrer Forschung heraus Texte für die Ausstellung. In Kooperation mit der Gestalterin Tanja Labs (artefont) übersetzten die Studierenden ihre Ergebnisse in räumliche Präsentationen. Hierfür wählten sie weitere Ausstellungsobjekte aus und organisierten den Leihverkehr. Sie recherchierten in Archiven nach Zeitungsartikeln und Fotografien und klärten Bildrechte. Sie führten außerdem Zeitzeugeninterviews und erprobten mit dem Spiegelstereoskop historische Techniken der kartografischen Visualisierung.

Im Austausch auf der Jahrestagung der GfM

Die Ausstellung »unboxing maps. Karten | Medien | Praktiken« wurde im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft am 26. September 2024 eröffnet. Einige Studierende präsentierten in diesem Rahmen ihre Forschung vor einem Fachpublikum. Janina Dillmann, Tamara Vitzthum und Leonie Rinkens sprachen in einem Panel zusammen mit Prof. Dr. Gabriele Schabacher sowie den Projektleitende Dr. Tom Ullrich und Mona Wischhoff und der Sammlungskoordinatorin der JGU, Dr. Lisa Marie Roemer.

Die Ausstellung war vom 25. September bis 25. Oktober 2024 im Ausstellungsraum der Schule des Sehens auf dem Campus der JGU zu sehen. Parallel erarbeitete das Lehrprojekt in enger Kooperation mit Silke Mohr, stellvertretende Marketing-Leiterin an der Universitätsbibliothek, eine digitale Präsentation der Ausstellung. Dieses digitale Format macht die Ausstellung nicht nur dauerhaft online verfügbar, sondern erweitert diese um zusätzliche Quellen, erlaubt das Hineinzoomen in die Kartenobjekte und macht die ausführlichen Analysen der Studierenden zugänglich.

Artikel zum Lehrprojekt im JGU Magazin:
https://www.magazin.uni-mainz.de/die-vermessung-der-mainzer-vergangenheit/

Resonanz auf die Ausstellung:
Allgemeine Zeitung, 24.10.2024
Instagram Walkthrough, 26.9.2024

Projektbeteiligte:

Kuratorinnen: Janina Dillmann, Julia Endres, Charlotte Groß, Katharina Herz, Roberta Immenschuh, Alisha Jabusch, Lisa-Aileen Ohwerk, Luisa Probst, Leonie Rinkens, Hannah Ruffing, Tamara Vitzthum

Projektleitung: Dr. Tom Ullrich und Mona Wischhoff, M.A.

Leitung Masterstudiengang Medienkulturwissenschaft: Prof. Dr. Gabriele Schabacher

Gestaltung, Grafikdesign: Tanja Labs (artefont, Ingelheim)

Gestaltung und technische Umsetzung der virtuellen Ausstellung: Silke Mohr

Leihgeber: Kartensammlung des Geografischen Instituts, Dr. Timo Willershäuser

Fotografie: Danijel Sijakovic

Das Projektteam dankt ausdrücklich Dr. Timo Willershäuser und Tom Haseloer vom Geografischen Institut für den Zugang zur Kartensammlung und für die wissenschaftliche Unterstützung, Dr. Oliver Eberlen und Silke Mohr (Stabsstelle Marketing und Kommunikation der Universitätsbibliothek) für die Gestaltung und technische Realisierung der digitalen Präsentation sowie Tanja Labs (artefont) und Dr. Patrick Schollmeyer (Kurator der Schule des Sehens) für die Zusammenarbeit im Rahmen der Ausstellungsgestaltung.

Für die finanzielle Förderung des Lehr- und Ausstellungsprojekts danken wir dem Leitungsgremium der Schule des Sehens und der Professur Medienkulturwissenschaft.

Leitung: Univ.-Prof. Dr. Gabriele Schabacher und Dr. Franziska Reichenbecher

KI-Technologien werden für unseren Alltag und unsere Gesellschaft immer relevanter. Jenseits ihrer sicherheitstechnischen, militärischen und wissenschaftlichen Nutzung begegnen uns KI-Systeme auch in der Popkultur – bei der Übersetzung von Texten, der Empfehlung von Serien und Musik, bei Kaufvorschlägen und in Kommunikationssituationen. Waren frühe Ansätze Künstlicher Intelligenz in den 1950er Jahren noch stark begrenzte Visionen von Neurophysiologen, Informatikern und Psychologen, rücken KI-Systeme heute als Akteure in gesellschaftlich und politisch relevante Bereiche ein, die ethische Entscheidungen betreffen und mit diskriminierenden Wirkungen einhergehen.

Da ihr epistemischer Status zwischen Wissenschaft und Werkzeug changiert, sind KI-Systeme gleichermaßen Gegenstand akademischer Forschung und Akteure in ökonomischen Anwendungszusammenhängen. Vor diesem Hintergrund sind KI-Technologien als Medien zu verstehen, die Einfluss auf gesellschaftliche und epistemologische Verhältnisse nehmen. Aus medienkulturwissenschaftlicher Perspektive ist daher zu fragen, mit welchen Eigenlogiken sie einhergehen, welche Formen von Wissen und Macht sie ausprägen, welche Gewordenheiten sie mitführen und wie sie Kulturen und Institutionen (Intimität, Bildung, Gesundheit, Sicherheit etc.) transformieren.

Das vierstündige Projektseminar hat sich zunächst mit historischen Herkünften, epistemologischen Voraussetzungen, ethischen Konsequenzen und politischen Logiken von KI-Technologien beschäftigt und die mit ihnen einhergehenden Subjektivierungsformen sowie ihre Voreingenommenheit problematisiert. Auf Grundlage dieser medientheoretischen und -historischen Reflexion haben die Studierenden individuelle Forschungsprojekte entwickelt, die konkrete Anwendungsfälle von KI in den Blick nehmen.

Die Themen umfassen die Interaktion mit Chat- und Griefbots, die Darstellung von KI in Filmen und Games, ihren Einsatz in Kunst und Musik, im Gesundheitsbereich und im Feld spiritueller Praktiken, in der Pornografie, für politische Propaganda sowie die Regulierung von KI und deren Einfluss auf den Arbeitsmarkt. Die Auseinandersetzung fand dabei im Format selbst produzierter Desktop Documentaries statt. Die redaktionelle Entstehung der zehnminütigen Videoclips wurde u.a. durch die Diskussion der Storyboards in der Seminargruppe begleitet. Bei der technischen Umsetzung unterstützte das ZAP – Zentrum für Audiovisuelle Produktion der JGU Mainz. Jede Desktop Documentary wurde schriftlich aufgearbeitet von einem analytischen Kommentar, der Methode, Forschungsstand und medientheoretischen Ertrag reflektiert.

Leitung: Univ.-Prof. Dr. Gabriele Schabacher und Tom Ullrich, M.A.

Nicht erst seit den Debatten um den mutmaßlichen Ursprung der Corona-Pandemie aus einer Zoonose zeigt sich das Zusammenleben der Spezies unseres Planeten als konfliktträchtige Kohabitation. Bereits das menschliche Erbgut – so weiß die Paläontologie – ist zu einem großen Teil tierischen Ursprungs. Die Unterscheidung zwischen Mensch und Tier ist also wesentlich prekär. Sie ist nicht gegeben, sondern wird durch Akte der Grenzziehung hergestellt, die auf der Ebene von Praktiken wie auch philosophisch die ›anthropologische Differenz‹ aufrichten. In der kulturwissenschaftlichen Forschung wird das Verhältnis von Tier und Mensch bzw. die Frage nach tierischer Handlungsmacht in den letzten Jahren verstärkt diskutiert, insbesondere in den Human Animal Studies.

Im Zentrum der Konferenz standen Studierendenprojekte, die im Rahmen des Masterseminars »Tier/Mensch« im Sommersemester 2022 entstanden sind. Das Projektseminar untersuchte die Geschichte der Errichtung, Verschiebung und Infragestellung der Tier-Mensch-Grenze aus medienkulturwissenschaftlicher Perspektive und problematisierte dabei gleichermaßen historische Kulturtechniken der Hominisierung, Praktiken, Zeichensysteme und Bilder, aber auch digitale Verfahren.

Die Studierendenvorträge thematisierten entsprechend die Darstellung von Tieren, die Monstrosität von Menschen, Fragen der Dressur, der Kommunikation und der Unterhaltung von Tieren, urbane Formen der Kohabitation, einen inversen Blick auf die Industrialisierung von Tieren sowie verschiedene Praktiken des Umgangs mit toten Tierkörpern. Gerahmt wurde die Konferenz von zwei externen Gastvorträgen, die einerseits Fragen der Digitalität und Virtualisierung (Dr. Ina Bolinski) und andererseits der Historisierung und Umweltlichkeit (Dr. Mareike Vennen) behandelten.

ABENDLECTURE

Donnerstag, 14. Juli 2022, 18:00 Uhr
Fakultätssaal (1. OG), Philosophicum, Jakob-Welder-Weg 18

Mensch-Tier-Technik-Beziehungen in der Landwirtschaft: analog – digital – virtuell

Dr. Ina Bolinski (Ruhr-Universität Bochum)

Auf Basis der elektronischen Tierkennzeichnung und der Integration von weiteren vielfältigen Techniken operiert die Massentierhaltung, das moderne Herdenmanagement und das sogenannte ›Smart Farming‹ mit Tierdaten und Datentieren. Aus den dort sichtbar werdenden Verbindungen von Lebewesen und technischem Artefakt resultieren zunehmend Fragen nach dem Status des Tieres in unserer Kultur. Neben der damit einhergehenden gegenseitigen Durchdringung von ländlichem und urbanen Raum sowie der Auflösung von der binären Gegenüberstellung nicht zuletzt durch den Einsatz von Technik, ermöglicht die zunehmende Digitalisierung als technologische Bedingung zusätzlich das Vorhandensein und die Integration von virtuellen Umgebungen. Diese sind besiedelt von allerlei Arten, von virtuellen Menschen und Tieren, von virtuellen Pflanzen und Robotern, von gestalteten virtuellen Objekten und Materialitäten, von Design- und Architekturentwürfen.
In den unterschiedlichen analogen, digitalen und virtuellen Umgebungen verdichtet sich der Zusammenhang von unmerklichem und subtilem Technikeinsatz, von verschiedenen ökologischen Prozessen und entsprechenden umweltlichen Faktoren in den Mensch-Tier-Technik-Beziehungen. Das Tier wird nicht als Objekt und Forschungsgegenstand konzeptualisiert, sondern ihm kommt eine besondere Aufmerksamkeit in Gefügen von Relationen zu. Damit verbunden sind verschiedene Praktiken, Umgangsweisen und Interaktionen zwischen Menschen und anderen Seinsformen. Deshalb ist nicht nur ein Blick in die Vergangenheit wichtig, um den gegenwärtigen Ist-Zustand beschreiben zu können, sondern es drängen sich auch wichtige Fragen zur Gestaltung der gemeinsamen Zukunft vor dem Hintergrund der alle Arten betreffenden gemeinsamen Vulnerabilität auf.

Dr. Ina Bolinski ist Medienwissenschaftlerin und derzeit Wissenschaftliche Koordinatorin im SFB 1567 »Virtuelle Lebenswelten« an der Ruhr-Universität Bochum. Zuvor war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt »Artenübergreifende Kollaborationen. Zum Multispecies Turn in der Medienwissenschaft« (Institut für Medienwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum). Ina Bolinski forscht zu lebendigen Datenspeichern, virtuelle Tieren, Tiere in digitalen Medien, Tracking-Technologien und Human-Animal-Studies.

Ausgewählte Publikationen: Von Tierdaten zu Datentieren. Eine Mediengeschichte der elektronischen Tierkennzeichnung und des datengestützten Herdenmanagements. Bielefeld: Transcript 2020; Multispecies Communities. Ausgabe der Zeitschrift Navigationen. Zeitschrift für Medien- und Kulturwissenschaften, Jg. 21, H. 1, 2021 (hg. zus. m. Stefan Rieger); Das verdatete Tier. Zum Animal Turn in den Kultur- und Medienwissenschaften. Berlin: Metzler 2019, Reihe Cultural Animal Studies (hg. zus. m. Stefan Rieger).

ABSCHLUSSLECTURE

Freitag, 15. Juli 2022, 12:15 Uhr
Raum 00.212 (EG), Philosophicum II, Jakob-Welder-Weg 20

Von alten Präparaten, blinden Passagieren und toxischen Verbindungen. Wissensumwelten der Naturkunde im 19. und 20. Jahrhundert

Dr. Mareike Vennen (Technische Universität Berlin)

Als Naturkundemuseen im 19. Jahrhundert damit begannen, Lebensräume von Tieren auszustellen und ökologische Zusammenhänge in Dioramen und Biologischen Gruppen zu zeigen, basierten diese ›Szenen aus dem Leben‹ auf der Präparation toter Tiere. Naturkundliche Sammlungen sind aber nicht nur Orte der Aufbewahrung und Konservierung des Toten. Sie sind vielmehr selbst lebendige Umwelten, bewohnt von tausenden von Lebewesen, viele davon unerwünscht. Der Vortrag untersucht diese Sammlungsumgebungen als Orte sozialer Interaktion und Intervention zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Akteuren. Welches Wissen, welche Praktiken und Politiken gingen im 19. und frühen 20. Jahrhundert mit dem Erhalt von Sammlungen einher?
Anhand von historischen Beispielen aus dem Museum für Naturkunde Berlin fragt der Vortrag danach, wann und wo naturkundliche Sammlungen als Orte des »Befalls« beschrieben wurden; wie dadurch Ordnungen gestört wurden und was dadurch zum Vorschein kommt. Diese Fragen führen zugleich aus der Sammlung hinaus auf die Weltmeere, wo im Kontext von Kolonialismus und Imperialismus mit dem Ausbau globaler Infrastrukturen des Handels und der Schifffahrt zusammen mit den Importen immer mehr blinde Passagiere transportiert wurden. Das Vermächtnis dieser Zusammenhänge ist noch in der Gegenwart präsent, in der Frage, welche Auswirkungen frühere Techniken des Sammelns, Transportierens und Konservierens auf unseren gegenwärtigen und zukünftigen Umgang mit Sammlungen und ihren Objekten haben.

Dr. Mareike Vennen ist Kulturwissenschaftlerin und arbeitet derzeit an der TU Berlin im Verbundprojekt »Museums and Society – Mapping the Social«. Zuvor hat sie im Forschungsprojekt »Tiere als Objekte« an der Humboldt-Universität zu Berlin gearbeitet und war Teil des Projekts „Dinosaurier als Berlin“ der TU Berlin und des Museums für Naturkunde Berlin. Mareike Vennen forscht zu den materiellen und visuellen Kulturen des Sammelns, zu Logistiken der Naturkunde und den Politiken und Ökologien urbaner Räume. Ihre Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von wissens-, umwelt- und stadthistorischen Perspektiven und konzentriert sich insbesondere auf die Kulturen der Amateurwissenschaft, die Kolonialgeschichte naturkundlicher Sammlungen und die Beziehungsgeschichte von Zoologischen Gärten und Museen.

Ausgewählte Publikationen: Das Aquarium. Praktiken, Techniken und Medien der Wissensproduktion (1840-1910), Göttingen: Wallstein 2018; »Der Grüne Komplex. Episoden zur Naturgeschichte der Stadt«, in: Kursbuch 197 (2019) S. 131-146; Dinosaurierfragmente. Zur Geschichte der Tendaguru-Expedition und ihrer Objekte, 1906–2017, Göttingen: Wallstein 2018 (zus. m. Ina Heumann, Holger Stoecker, Marco Tamborini).

Leitung: Univ.-Prof. Dr. Gabriele Schabacher und Franziska Reichenbecher, M.A.