Tom Ullrich, M.A.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter SFB »Humandifferenzierung«

  • Medientheorie und Kulturtechnikforschung
  • Film- und Fotografiegeschichte, Videoessayismus
  • Stadtforschung und Geschichtsschreibung
  • Revolutionen und Protestkulturen seit 1789

Wissenschaftlicher Werdegang

Tom Ullrich studierte Medienkultur-, Fotografie- und Filmwissenschaft an der Bauhaus-Universität Weimar, der Université Lumière Lyon 2 und der Université Sorbonne Nouvelle Paris 3. Von 2011 bis 2017 war er wissenschaftliche Hilfskraft am Internationalen Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie (IKKM) und dort Redaktionsassistent der Zeitschrift für Medien- und Kulturforschung. Seit 2017 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und promoviert über den Zusammenhang von Barrikadenbau, Straßenkampf und Stadtplanung im Paris des 19. Jahrhunderts.

Die Dissertation wurde von 2017 bis 2020 mit einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert. Mehr Informationen zum Promotionsprojekt.

Seit 2021 forscht Tom Ullrich im Teilprojekt C04 des SFB 1482 »Humandifferenzierung« zu Sicherheit, Überwachung und Kontrolle früher Bahnhofsinfrastrukturen in Frankreich und England.


Lehre

S. Medien der Sicherheit

Tom Ullrich M.A.

Kurzname: S. MedSich

Inhalt

Klimakrise, Flüchtlingskrise, Finanzkrise, Terrorismus, Pandemie – nicht nur in diesen Debatten ist Sicherheit zu einem zentralen politischen Leitbegriff unserer Zeit geworden. Allerdings sind Schutz vor Bedrohung und Abwehr von Gefahr weder neue Phänomene, noch bedeutet Sicherheit für alle Menschen immer und überall dasselbe. Denn Sicherheit stellt keine objektive und zeitlose Größe dar, wie etwa die Critical Security Studies und die Historische Sicherheitsforschung zeigen.
In Auseinandersetzung mit diesen neueren Ansätzen eröffnet das Seminar einen dezidiert medien- und kulturwissenschaftlichen Zugang zum Thema. Diskutiert werden einerseits einschlägige Konzepte: Sicherheitsdispositive in Disziplinar- und Kontrollgesellschaften, Fragen der Sicherung von Zukunft (Risiko, Prävention) und dem Umgang mit Störungen (Unfall, Katastrophe). Andererseits werden spezifische Praktiken und Maßnahmen daraufhin untersucht, welche Rolle neben menschlichen Akteur:innen den medialen Artefakten und technischen Werkzeugen, Algorithmen und Umgebungen, Routinen und Imaginationen bei der Herstellung von Sicherheit zukommt. 
In historischen und heutigen Fallstudien beschäftigen wir uns u.a. mit der Zugangsregulierung von Verkehrsinfrastrukturen (Bahnhof, Flughafen), Aufzeichnungs- und Übertragungsmedien (optische Telegrafie, Sensoren), Notfallmedien (Blitzableiter, Facebooks Safety Check) und architektonischen Medien des öffentlichen Raumes (Poller, Ampel). Es gilt dabei auch herausfinden, warum und inwiefern jedes neue Medium der Sicherheit gleichzeitig je eigene Formen der Unsicherheit hervorzubringen vermag, die erneute Sicherungsprozesse herausfordern.

Termine:

Datum (Wochentag)UhrzeitOrt
13.04.2021 (Dienstag)18.15 - 19.45 UhrOnline
20.04.2021 (Dienstag)18.15 - 19.45 UhrOnline
27.04.2021 (Dienstag)18.15 - 19.45 UhrOnline
04.05.2021 (Dienstag)18.15 - 19.45 UhrOnline
11.05.2021 (Dienstag)18.15 - 19.45 UhrOnline
18.05.2021 (Dienstag)18.15 - 19.45 UhrOnline
25.05.2021 (Dienstag)18.15 - 19.45 UhrOnline
01.06.2021 (Dienstag)18.15 - 19.45 UhrOnline
08.06.2021 (Dienstag)18.15 - 19.45 UhrOnline
15.06.2021 (Dienstag)18.15 - 19.45 UhrOnline
22.06.2021 (Dienstag)18.15 - 19.45 UhrOnline
29.06.2021 (Dienstag)18.15 - 19.45 UhrOnline
06.07.2021 (Dienstag)18.15 - 19.45 UhrOnline
13.07.2021 (Dienstag)18.15 - 19.45 UhrOnline

Semester: WiSe 2021/22