Projekte

SFB 1482 »Humandifferenzierung«

Der neue Sonderforschungsbereich 1482 »Humandifferenzierung« wird ab dem 1. Juli 2021 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. An diesem Forschungsverbund beteiligt sind Teilprojekte aus den Kultur- und Sozialwissenschaften der JGU sowie der Geschichtswissenschaft des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte Mainz (IEG). Sprecher des SFB ist Prof. Dr. Stefan Hirschauer, stellvertretende Sprecherin ist Prof. Dr. Gabriele Schabacher.

Im Mittelpunkt des SFB steht die Forschungsfrage, wie Gesellschaften ihre Mitglieder kategorisieren und zuordnen und ihnen damit soziale Zugehörigkeiten und Identitäten nahelegen. Humandifferenzierung meint zunächst die Unterscheidung des Menschen von Tieren und Artefakten wie etwa Robotern, sodann die Einteilung von Menschen in Kategorien und Gruppen wie Ethnien, Nationen, Sprach- und Religionsgemeinschaften und schließlich die Unterscheidung aufgrund von Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Behinderung oder Leistung. Ziel des SFB ist es, eine allgemeine Theorie der Humandifferenzierung zu entwickeln und damit systematisch und historisch die Beziehungen und Wechselwirkungen zwischen diesen unterschiedlichen Typen der Kategorisierung und Differenzierung zu erforschen.

Das medienkulturwissenschaftliche Teilprojekt C04 »Urbane Kontrollregime. Bahnhöfe als Infrastrukturen der Humandifferenzierung« (Leitung: Prof. Dr. Gabriele Schabacher, Mitarbeitende: Sophie Spallinger, M.A. und Tom Ullrich M.A.) untersucht, wie Verkehrsinfrastrukturen Menschen sortieren und klassifizieren. Bahnhofsareale haben als öffentliche Kreuzungspunkte verschiedener Verkehrsströme einen erhöhten Bedarf der Regulierung von Menschenmengen. Auf der Basis einer kulturwissenschaftlichen Infrastrukturanalyse kontrastiert das Projekt die Kontrollregime der Pariser Bahnhöfe im 19. Jahrhundert mit Modellversuchen digitaler Überwachung im 21. Jahrhundert. Leitend ist dabei die Frage, wie Humandifferenzierungen (wie Klasse, Geschlecht, Devianz) sozio-technisch hervorgebracht und operativ stabilisiert werden.

Eine Website ist in Vorbereitung. Weitere Informationen » hier.


GNK-Graduiertenkolleg

»Zeugenschaft. Episteme einer medialen und kulturellen Praxis«

Das Graduiertenkolleg widmet sich dem Thema Zeugenschaft im Zeichen gegenwärtiger Umbrüche und fragt danach, auf welche Weise sich die epistemischen Bedingungen von Zeugenschaft aktuell verändern oder historisch verändert haben. Zeugenschaft wird dabei als eine mediale und kulturelle Praxis verstanden, die Wissen beglaubigt und legitimiert, aber dieses Wissen ebenso selektieren und manipulieren kann.

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